REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Hier könnt ihr euch über bekannte Bands, ihre neuen Alben, ihre Fehltritte ... auslassen
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Wolle
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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Paradox (D)
Genre: Power / Thrash Metal
Label: AFM Records
Album Titel: Heresy II - End Of A Legend
Spielzeit: 60:15
VÖ: 24.09.2021

Seit dem 2016er Götteralbum - wie ich finde - "Pangea" ist es etwas ruhig um die Würzburger geworden, die ich seit ihrem Debüt "Product Of Imagination" aus dem Jahr '87 immer auf dem Schirm hatte/habe und die immer geile, solide Thrash-Kost abgeliefert haben.

Umso gespannter war ich auf diese neue Scheibe... und dann, sowas!? Und dann sowas von einem geilen Album rauszuhauen, Respekt! Wo manche ...ähhem... ältere Herren (ist respektvoll gemeint) sich auf ihren Lorbeeren ausruhen und ganz nette Alben servieren, haut uns der Bavarian-Thrash-Vierer ein dermaßen hammerhartes Ding vor den Latz, dass einem die Fressluke auf halb Acht rutscht. Hab ich letztens noch die neue Flotsam abgefeiert, könnte ich das selbe auch hier noch mal in Kopie schreiben.

Tonnenschwer rifft sich die Band durch ein Thrash-Gewitter, das im nächsten Moment mit High-Speed sämtliche Nackenwirbel mit rasiermesserscharfer Klampfen-Akrobatik selbige seziert, um diese dann mit den geilen Melodien wieder neu zu justiert.

Hier wird mit einer ultraheftigen Vehemenz der Thrash Metal zelebriert, ohne aber nie hektisch zu werden, wie manche Bands dies gerne tun. Nein, hier wird die unbändige Energie schön mit saugeilen Gesangsharmonien unterfüttert und jeder Song hat in sich einen erhabenen, epischen Ausdruck, der das Ganze zu einem - wie soll ich es ausdrücken - ...ach scheiss drauf, dass Ding tritt in den Arsch!

Aber auch in den langsamen Momenten, nimmt die Vehemenz (ich wiederhole mich hier gerne) nicht ab und das Geschick für saugute Arrangements ist einfach nur geil und intelligent dargeboten.

Noch kurz, aber nicht weniger wichtig: abzufeiern ist der starke Gesang und die geile Produktion. Auch die Rhythmus-Sektion ballert sich geil einen.

Fazit:
Ein rund um voll geiles Album, das trotz, oder/und gerade wegen aller Vehemenz (ja, ich weiss hahaha) sehr intelligent gemacht ist und einfach hammergeile Songs hat. Vergesst all die gehypten wanna-be-Spielzeug-Metal-Bands und holt Euch hier die Originale, die es immer noch drauf haben. Und das ist gut so! Und vor allem gibt es hier mit einer Spielzeit von 60 Minuten big value for money. Für mich DAS beste Thrash-Album aus Deutschland seit langem.

P.S.: Könnte man bitte Paradox und Flotsam gemeinsam auf Tour schicken? Danke!

Punkte: 10/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Escape From The Burning
02. Mountains And Caves
03. The Visitors
04. Children Of A Virgin
05. Journey Into Fear
06. Burying A Treasure
07. A Meeting Of Minds
08. Priestly Vows
09. Unholy Conspiracy
10. A Man Of Sorrow (Prologue)
11. A Man Of Sorrow
12. The Great Denial
13. End Of A Legend
14. Merciless Onslaught (Metal Church Cover)

Lineup:

Charly Steinhauer - Vocals, Guitars
Christian Münzner - Guitars
Olly Keller - Bass
Axel Blaha - Drums

https://www.facebook.com/paradoxthrash

Autor: Steiff

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gelal
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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Iskandr (NL)
Genre: Black Metal
Label: Eisenwald
Album Titel: Vergezicht
Spielzeit: 63:45
VÖ: 24.09.2021

Das mir unbekannte Duo Iskandr, deren Mitglieder selber so unerkannt wie möglich bleiben wollen, bringen mit "Vergezicht" das dritte Album der Bandgeschichte in die heimischen Plattenläden und Onlineshops.

Nach den ersten Tönen des Openers "Gezag" war ich schon sehr erfreut, was ich zu Hören bekam, doch leider konnte der erste gute Eindruck nicht über das ganze Album hinweg bestehen. Warum?

Nun, der mit einer einzelnen Akustikgitarre startende Opener, der nach ein paar Minuten deutlich an Fahrt aufnimmt, hat für den Rest des Albums viel Energie versprochen, die mit diesem Titel aber zu großen Teilen verbraucht worden ist (so scheint es). Klassische kratzige Black Metal-Gitarren, ein krächzendes Ungeheuer von irgendwoher, welches Worte formt und ein schön schwungvolles, aber nicht auf Blastbeats ausgelegtes Schlagwerk bestimmen den Titel weitestgehend. Ein echt schöner Mid-Tempo-Song, der mich an die etwas älteren Tage des kalten Black Metals denken lässt und im letzten Drittel doch noch die Keule auspackt. Sehr gelungen! Auch wenn mit fast 11 Minuten Spielzeit schon etwas zu lang.

Schon der zweite der 6 Songs auf diesem Album kommt nicht an den ersten Song heran, was die schiere Wucht angeht. So tickern die Sekunden und Minuten eher belanglos im Mid-Tempo-Bereich runter, ohne dass okkulte Beschwörungen oder ähnliches den Hörer fesseln. Die Chöre, die als wiederkehrendes Stilmittel häufig eingesetzt werden und der Scheibe einen Hauch Árstíðir lífsins verleihen (isländisch-deutsches Projekt) und die Melodien werden auch hier schon flacher und wiederholen sich zunehmend, sodass auch dieser Titel in seiner Länge nur gerade noch so in Ordnung geht.

Der mit 13 Minuten zweitlängste Track "Gewesten der Tijd" drosselt das eh schon langsame Tempo noch weiter und rutscht in doomige Gefilde ab, die jetzt zwar wirklich sehr okkult wirken und eine gewisse Stimmung erzeugen, aber meiner Meinung nach viel zu stark an den Ohren kleben bleibt. Lebensfreude ist definitiv nicht das vorherrschende Thema. Erst nach 9 Minuten gibt es einen selten erlebten Ausbruch aus der Monotonie, aber auch hier gibt es das "Problem", dass dieser Ausbruch trotzdem irgendwie gezügelt klingt, nicht chaotisch und nicht berserkerhaft. Also eigentlich ist es nur eine deutliche Temposteigerung.

Für die restlichen Titel "Baken", "Verbod" und "Het Slot" lassen sich die oben genannten Aspekte fast 1:1 übertragen. "Baken" hat den vermissten Black Metal-Anteil mit Druck und Geschwindigkeit, auch wenn dieser ab der Hälfte in einen aktustischen Teil abfällt. "Verbod" schleicht auch meistens nur umher, ohne in eine bestimmte Richtung zu gehen und ist viel zu lang. Und schließlich der Rausschmeißer und längste Song bietet nach einiger Anlaufzeit wieder Druck, blackmetallische Agressivität, aber auch er driftet wieder ab.

Fazit:
Alle Songs sind mehrere Minuten zu lang geraten, was sich bei über einer Stunde Spielzeit zum ersten Mal, seit ich Reviews schreibe, tatsächlich negativ auswirkt. Als Hörer verliere ich permanent den Fokus, so als wenn ich zwischen Wachkoma und Dämmerzustand immer wieder auf- und abtauche. In Zeiten wie diesen müssen wir alle sparen. Iskandr hätten sich locker 15 Minuten sparen können, und ich spare mir gleich die ganze Platte.

Punkte: 5/10

Anspieltipp: Gezag

Tracklist:

01. Gezag
02. Bloeddraad
03. Gewesten Der Tijd
04. Baken
05. Verbod
06. Het Slot

Lineup:

O - Vocals, Choir Vocals, Guitars, Bass, Organ, Piano, Trumpet, Orchestra Chimes
M. Koops - Drums

https://iskandr.bandcamp.com

Autor: Godshand

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gelal
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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Second Reign (CH)
Genre: Melodic Power Rock / Metal
Label: Massacre Records
Album Titel: Gravity
Spielzeit: 59:55
VÖ: 24.09.2021

Wer musikalisch in den 1980ern sozialisiert wurde, der kann nach einer Durststrecke in den 1990ern und frühen 2000ern in den letzten Jahren die erfreuliche Beobachtung machen, dass der Melodic Rock wieder im Kommen ist.

Die 2017 gegründete Schweizer Band Second Reign veröffentlicht am 24.09.2021 ihr Debüt "Gravity", für das die Truppe aus 30 Titeln 13 ausgewählt hat. Nach zwei Schlägen aufs geöffnete Hi-Hat-Becken an den Drums geht es auch gleich voll los. Wummernde Gitarren und Breitwand-Keyboards deuten auf die 1980er hin, die Ära des Melodic Metals / Melodic Rocks. Die häufig die Toms einsetzenden Drums mit teils vertrackten Rhythmen bilden ein gutes Fundament, auf dem sich die Gitarren austoben dürfen. Ab und zu zündet Schlagzeuger Dan Hammer den Afterburner, indem er die Double-Bass-Drum sozusagen dazu schaltet, um einen Titel beim Ausklingen nochmal zu beschleunigen.

Auch die Keyboards bekommen ihren Anteil und erzeugen in Kombination mit den Gitarren ein gewisses Prog-Flair. Second Reign verfolgen damit ihren eigenen Ansatz des Melodic Rocks. Der leicht raue Gesang passt ausgezeichnet zu den Songs, bei denen fast permanent im Hintergrund dicke Metal-Gitarren dazu gemischt sind. Man darf ja nicht vergessen, dass auf "Gravity" Power Rock geboten wird! Die Melodien gehen gut ins Ohr, auch wenn nicht alle Songs gleich zünden. In den Refrains wird der Gesang durch Background-Chöre verstärkt, was für zusätzliche Vocal-Power sorgt. Die Songs strahlen große Spielfreude aus, die Arbeit, die die Band sich bei der Zusammenstellung gemacht hat, ist spürbar.

Die fette Produktion sorgt für einen richtig schön satten Klang, der den großen Unterschied zu mancher sterilen 1980er-Produktion betont. Auch wenn die Bezüge zu den 1980ern klar erkennbar sind, ist das Album sehr modern und zeitgemäß. Ein wenig mehr Abwechslung hätte ich mir gewünscht, so fällt "Wrong" mit seinen etwas dezenteren Gitarren aus dem Rahmen, bei dem die Jungs zeigen, dass sie, auch wenn sie einen Gang runterschalten, einen guten Song liefern können. Am Ende überrascht bei "Home" der Einsatz eines Saxophons, das sich gut in den Song einfügt.

Fazit:
"Gravity" ist ein gut gelungenes Debüt. Die Songs stellen keine reine Kopie irgendwelcher Melodic Rock-Bands aus den 1980ern dar, vielmehr verfolgt die Band ihren eigenen Ansatz. Die durch die Bank druckvoll gespielten Titel rufen uns immer in Erinnerung, dass hier eine Band agiert, die auch Power Rock spielt. Einzelne Titel wie "Dark Matter" fallen nicht wirklich auf, sodass das Album mit 15 Minuten weniger Spielzeit auch gut gewesen wäre. Ich hoffe, dass die Band irgendwann einmal eine Platte mit den Songs herausbringt, die sie für "Gravity" nicht ausgewählt haben. Wer Musik wie die von Night Ranger mag, kann zugreifen.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Uninvited, Borderline, You'll Never Catch Me (When I'm Gone)

Tracklist:

01. Uninvited
02. The Truth
03. Let Me Breathe
04. Fire
05. Falling
06. Borderline
07. Wrong
08. Another Night
09. You'll Never Catch Me (When I'm Gone)
10. Dark Matter
11. Uncover
12. Home

Lineup:

Stephan Lipp - Vocals, Bass
Alain Schneble - Guitars
Bo Rebsamen - Keyboards
Dan Hammer - Drums

Guest Musician:

Beda Felber - Saxophone in "Home"

https://www.facebook.com/secondreign
https://www.second-reign.ch

Autor: Udo

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Rebel's End (B)
Genre: Hard Rock / Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
Album Titel: Sing To The Devil
Spielzeit: 38:35
VÖ: 24.09.2021

Das zweite Album der mir bislang unbekannten Truppe aus Belgien kommt über Pure Steel Records zu uns und präsentiert eine knackige Mischung aus modernerem Metal mit klaren Hardrock Elementen. Mit druckvollem Sound knarzen die rockigen Nummern satt aus den Boxen, Sänger Jeff hat eine kernig raue Stimme die am ehesten an den guten Peavy Wagner von Rage erinnert. Dazu gesellen sich mehrstimmige Choräle in den Refrains, die ein ums andere mal zum recken der Faust animieren.
Auch die Arbeit an der Sologitarre kann ordentlich überzeugen.

Mit Krachern wie dem mitreißenden "Black Crow", dem abgeh-Rocker "Outlaw" und Hymnen wie "From The Ashes" und "End of Me" sitzt durchaus auch der eine oder andere nachhaltige Ohrwurm aufm Trommelfell.

Teils erinnern Passagen wie im Song "Rawhead" oder "Death & Destruction" und ähnlichen Titeln dann aber auch an eine gewisse Sleaze Rock Schlagseite oder gar an Skid Row. Das Ganze kommt sehr kurzweilig und zudem Partytauglich rüber, da die Songs nur ein Mal die 4 Minuten Marke überschreiten.
Dabei handelt es sich um den Song "Inferno", der dabei aber in die selbe Kerbe schlägt wie die anderen wuchtigen Rocker auf diesem durchgängig groovigen Album.

Fazit:
Zugegeben, wirklich innovativ ist die Chose, die Rebel's End hier fahren nicht, dafür aber absolut spaßig.
Das Album knallt und rummst an allen Ecken und Enden und weiß, dank fettem Sound und schmissigen Chören, durch die Bank mitzureißen.
Was will man mehr, wenn man nach heavy umgesetztem, druckvollem und rotzigem Heavy Rock sucht?

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Outlaw, From The Ashes, End Of Me

Tracklist:

01. DCLXVI
02. Evil Eye
03. Black Crow
04. Rawhead
05. Death & Destruction
06. Wayward
07. Outlaw
08. Blood From A Stone
09. From The Ashes
10. Inferno
11. End Of Me
12. Chernyy Voron

Lineup:

Jeff Wouters - Vocals, Guitars
Rutger Van Elsen - Guitars, Backing Vocals
Stijn Yskout - Bass, Backing Vocals
Gunther De Beul - Drums, Backing Vocals

https://www.facebook.com/RebelsEnd666

Autor: Slaine

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Axxelerator (CH)
Genre: Thrash Metal
Label: Allegro Talent Media
Album Titel: Heads Or Tails
Spielzeit: 51:21
VÖ: 24.09.2021

Die seit 2010 unter dem Namen Axxelerator bekannten Schweizer bringen nun nach über 5 Jahren ihr zweites Album auf den Markt. Das Quartett bezeichnet seinen Stil als Bay Area Thrash der alten Schule und ich denke, dass man das durchaus so stehen lassen kann.

Die Lutzerner leiten die Scheibe durch ein ruhiges Intro in langsamer Gangart ein, um gegen Ende den Titeltrack "Heads Or Tails" anzukündigen. Kurz darauf bläst einem dieser auch schon durch die Gehörgänge und lässt keine Wünsche offen. Die Scheibe kommt Old School daher und die vier Musiker scheinen Wert darauf gelegt zu haben, ihren Thrash in seiner reinsten Form zu präsentieren. Man verzichtet auf großartige Experimente und zu viele moderne Einflüsse. Die Auswahl der Instrumente beschränkt sich auf die Wesentlichen. Die Gitarren können durch knackige Riffs und schöne Soli überzeugen. Besonders gut gelungen sind diese für meinen Geschmack in "Speedcrew". Der Klargesang, welchen sich Valentin und Shane teilen, wird in bester Thrash Manier von Dave an den Kesseln untermalt.

Immer wieder nehmen die Schweizer Geschwindigkeit aus der Scheibe. Der Song "Paradise Lost" beispielsweise, kann mit einem extrem starken Mittelteil überzeugen, welcher ruhiger und symphonisch zugleich daher kommt. Die Gitarren zeichnen sich hier durch langsame Riffs aus, um gegen Ende des Tracks nochmal Gas zu geben. Auch dem Bass wurde hier besondere Aufmerksamkeit zuteil, was ich als sehr positiv empfand.

Aber auch deutlich härtere Songs finden sich auf dem Album wieder. "Heads Or Tails" sowie der Rausschmeißer der Platte, "Here Comes The Pain Patrol", zählen auf jeden Fall zu den Liedern, welche sich eignen, um seine Bude zu entkernen. Immer wieder greift die Band auf Schnelligkeitswechsel zurück, um diese mit den Thrash üblichen Taktwechseln und einprägsamen Refrains zu verschmelzen. Das Resultat ist ein vielschichtiges Album, welches durch gelungene Komposition überzeugt und nicht mit einfachem Geknüppel langweilt.

Fazit:
Unterm Strich ist "Heads Or Tails" bestens für einen Abend am Lagerfeuer mit einem Getränk nach Wahl geeignet. Melodische Klänge treffen hier auf Thrash-Metal alter Schule und legen somit den Grundbaustein, sich den Tonträger in aller Ruhe anzuhören. Wer auf Thrash steht der auch gerne mal in ruhigere Klangmuster abdriftet, im nächsten Moment aber wieder hart wie ein Brett durch die Boxen schmettert, dürfte hier bestens bedient werden.


Punkte: 8/10

Anspieltipp: Heads Or Tails, Paradise Lost

Tracklist:

01. Gates Of Ur
02. Heads Or Tails
03. Signs Of The Idol
04. Living With Nuclear Neighbours
05. Speedcrew
06. Paradise Lost
07. The West & The Rest
08. Skye On FIre
09. Starwinds
10. Violent Crowd
11. Here Comes The Pain Patrol

Lineup:

Valentin Rast - Vocals, Guitars
Shane Hill - Vocals, Guitars
Christoph Widmer - Bass
Dave Duss - Drums

https://www.facebook.com/Axxelerator
http://www.axxelerator.ch

Autor: Yannick

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Sceptor (D)
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
Album Titel: Rise To The Light
Spielzeit: 46:39
VÖ: 24.09.2021

Wieder eine Band, die mir komplett neu ist, was vermutlich aber auch daran liegt, das sich die Truppe aus gemischt deutsch/amerikanischen Musikern im Zeitraum von 2006 bis 2014 mit nur einem Album und einer Single etwas rar machten und zudem sich dann erstmal auflösten.
Nun sind sie aber zurück und mit frischen Recken an Schlagzeug und Gitarre geht es also mit neuem Album in die Vollen.

Geboten wird traditioneller Stahl der klingt, als habe ein deutscher Schmied das Werk in Amerika mit dortigem Rohstoff geschmiedet.
Sprich, traditioneller Teutonenstahl vermengt mit klassichem US Metal.
Das Ergebnis kann man im melodischen Opener "Crown of Nails" genießen. Gelungenes Riffing, die klare und doch kraftvolle Stimme von Ex-Attacker Frontmann Bob Mitchell und eine schön klare, druckvolle Produktion, versetzen den Hörer direkt in die gute, alte Zeiten zurück.

Mit einer gesunden Mischung aus Attacker und vielleicht Accept kann man im Grunde auch das ganze Werk beschreiben, zieht man die mehrstimmigen Accept-Chöre ab, die ich hier vielleicht, als Kritikpunkt, ein wenig vermisst habe.
Tolle Midtempo Hymnen gibt es mit Titeln wie dem starken Titeltrack und dem mit ein wenig mehr Mehrstimmigkeit im Refrain umgesetzten "Dissention" durchaus und bei letzterem kommt Bob's Stimme sogar an die von Mark Tornillo heran.

Ein wenig Abwechslung wird mit dem teils düsteren, akustischen Stampfer "Armour Black" und dem dagegen speedigen Nackenbrecher "Spartacus" dann auch ausreichend geboten. Abschliessend werden als Bonustracks noch die beiden Titel der 2010er Single in neuem Gewand umgesetzt, wobei mir vor allem der Stampfer "Shadows in the Maze" gefiel, da Bob hier sogar stellenweise nach Dirkschneider persönlich klingt.
Nicht unerwähnt lassen sollte man aber auch die Soloarbeit am Sechssaiter, denn auch auf dieser Ebene wird der Freund von Old School Klängen wirklich gut bedient.

Fazit:
Mit ein wenig mehr Mut zum mitreißenden Refrains hätte mir die neue Sceptor zugegebener Maßen noch besser gefallen, das abgelieferte Material stellte mich dennoch durch die Bank absolut zufrieden und wusste bei vielen Songs im Bereich Riffs, Vocals und Melodieführung sehr zu begeistern.
Fans der alten Schule, die mit der erwähnten Mischung was anfangen können, sollten unbedingt ein Ohr riskieren.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Rise To The Light, Dissention, Shadows in the Maze

Tracklist:

01. Past Reflections
02. Crown Of Nails
03. The Curse Of Orlac
04. Rise To The Light
05. Dissension
06. Beyond The Unknown
07. Sovereign
08. Armour Black
09. Spartacus
10. Powerhouse (Bonustrack)
11. Shadows In The Maze (Bonustrack)

Lineup:

Bob Mitchell - Vocals
Torsten Lang - Guitars, Backing Vocals
Timo Nolden - Guitars, Backing Vocals
K. K. Basement - Bass, Backing Vocals
Flo Bodenheimer - Drums

https://www.facebook.com/sceptormetal

Autor: Slaine

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gelal
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Band: Waldgeflüster (D)
Genre: Black Metal
Label: AOP Records
Album Titel: Dahoam
Spielzeit: 49:23
VÖ: 24.09.2021

Waldgeflüster begleiten mich nun schon seit 15 Jahren. Habe ich doch eher zufällig ihre 2006 veröffentlichte Demo "Stimmen Im Wind" in die Finger bekommen, welche mich zwar nicht direkt geflasht hat, aber doch das gewisse Etwas hatte, was dir sagt; "behalte diese Band mal im Auge". Mittlerweile haben sich die Bayern fest in der Szene etabliert und fünf Full-Lenght Alben unters Volk gebracht. Zählt man das 2020er Re-Release des Demos auf Vinyl mit, dann sogar sechs.
Ihrem Naturverbundenen Black Metal sind sie dabei immer treu geblieben und auch auf dem neuesten Werk "Dahoam" geht man konsequent diesen Weg weiter.

Das Album beginnt mit "A Taglachinger Morgen", einem ruhigen Akustik Track mit zum Ende hin sanften cleanen Vocals. Die Nummer kann man fast als Intro bezeichnen, geht sie doch direkt über in "Im Ebersberger Forst", welcher dann auch gleich die schwarzmetallische aggressive Seite der Band aufzeigt.
Dieses Wechselspiel von ruhigen, teilweise mit epischen Touch versehenden, atmosphärischen Passagen und hartem Black Metal zieht sich über die ganze Platte und weißt alle Trademarks der Band auf. Hier gibt es schreddernde Black Metal Riffs, melodiöse Leads, atmosphärische Keys (mit denen es aber nie übertrieben wird), sanfte Akustik Momente und wechselnde Vocals, von cleanen über aggressiven bis hin zu tiefschwarzem Gekeife. Hinzu gesellen sich ein präzises Schlagwerk, welches genauso Black Metal mäßig scheppern, wie auch dem Ganzen in bestimmten Momenten einen gewissen Groove und Druck verleihen kann und ein Bass, welcher immer songdienlich eingesetzt wird. Sei dies nicht schon Abwechslung genug, setzt man auch mit Samples oder mit einem Cello Akzente.

Ich möchte hier keinen Song besonders hervorheben, handelt es sich doch bei "Dahoam" um ein Konzeptalbum, bei dem fast alle Nummern ineinander übergehen und auch am Stück gehört werden sollten. Waldgeflüster beschreiben hier praktisch ihre Interpretation von Heimat, was der Titel der Platte schon erahnen lässt. Die Lyrics werden im Übrigen in Bayrischer Mundart dargeboten. Dies macht die Scheibe meiner Meinung nach noch zusätzlich interessant.

Produktion und Mix kommen ziemlich Old School mäßig daher und verleihen dem Album den absolut passenden Sound. Es ist weder glatt poliert noch zu rau ausgefallen und verbindet so Lyrics und Musik nahezu perfekt. Sie passt sich praktisch immer den entsprechenden Passagen an. So kommt sie entsprechend klar in den akustischen und rau in den Black Metal Passagen daher. Sowas nenne ich ausgewogen und sehr gut umgesetzt.

Fazit:
Mit "Dahoam" setzten Waldgeflüster ihre schwarzmetallische Reise in, mit und durch die Natur konsequent fort, bleiben ihrem Stil treu und vermögen es mit ausgefeiltem Songwriting neue Akzente zu setzen ohne ihren Wiedererkennungswert zu verlieren. Dieses Album ist wie die Natur oder in diesem Fall die Heimat selbst, eine Mischung aus sanfter Ruhe/Atmosphäre und scharfen kalten Winden. Wer die Band schon kennt, kann ohne zu zögern zugreifen und wer Bands wie Nocte Obducta, Irrlycht oder auch alte Ulver zu seinen Favoriten zählt, der wird mit Waldgeflüster definitiv eine weitere Band für sich entdecken.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. A Taglachinger Morgen
02. Im Ebersberger Forst
03. Am Stoa
04. Am Tatzlwurm
05. In Da Fuizn
06. Mim Blick Aufn Kaiser
07. Am Wendelstoa

Lineup:

Winterherz - Vocals, Guitars, Keys & Samples
Dominik Frank - Guitars, Backing Vocals
Markus Frey - Guitars
Arvagr - Bass, Backing Vocals
Thomas Birkmaier - Drums

Guest Musician:

Benjamin König - Additional Keys in "Im Ebersberger Forst"
J.J. - Additional Vocals in "Am Tatzelwurm"
Nostarion - Cello in "In Da Fuizn"
Austin Lunn - Additional Vocals in "Mim Blick Aufn Kaiser"

https://www.facebook.com/BlackMetalWaldgefluester
https://www.waldgefluester.com

Autor: Thomas

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Aussichtslos (A)
Genre: Black Metal
Label: Purity Through Fire
Album Titel: Einsicht
Spielzeit: 36:10
VÖ: 30.09.2021

Black Metal aus Österreich scheint ja in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung zu gewinnen. Und so meldet sich das Trio Aussichtslos bereits das zweite Mal dieses Jahr mit einem Full-length Album aus den Schatten der Berge Österreichs. Die Band als Newcomer zu bezeichnen wäre falsch, da diese bereits seit 2014 existiert. Jedoch hat man sich mit der Veröffentlichung des Debüts "Völlig Aussichtslos" Zeit gelassen bis Anfang diesen Jahres. Umso erfreulicher ist es, jetzt schon die zweite Scheibe in den Startlöchern zu sehen.

Auf ein Intro wird völlig verzichtet. Allerdings fehlt es auch überhaupt nicht. Im Gegenteil, fesselt "Einsicht" doch von der ersten Sekunde an mit zwar einfachen, jedoch mitreißenden Melodien, nicht zu komplexen Songstrukturen und emotionalen Texten.
Während der Opener "Flächenbrand" eher im mittleren Tempo angesiedelt ist, folgt direkt darauf dann der eher treibende Titel "Sklaven", der tänzerisch anmutende Melodien, die ebenso auch im nordischen Black Metal heimisch sein könnten, mit einem stampfenden Rhythmus untermauert. Ein Schelm, wer dabei den Nacken stillhalten kann!

Alles in allem wäre an dieser Stelle musikalisch auch schon alles gesagt, denn mehr ist es nicht. Ein paar schöne Melodien, ein bisschen Blastbeat-Geprügel, klassische Riffs - ein außerordentlich durchschnittliches Album, könnte man meinen. Allerdings ist da noch mehr, was nicht unbedingt beim ersten Hören rüberkommt. Alleine Norsks Stimme, die zunächst gewöhnungsbedürftig scheint, bringt bei genauerem Hinhören die unfassbar persönlichen und emotionalen Lyrics so authentisch zum Ausdruck und vermittelt so gefühlsstark die Stimmung, die der Song braucht, wie man es nur selten von einem Sänger hört.

Das Songwriting ist so simpel und durchsichtig gehalten, dass es zunächst fast schon billig klingt - aber das ist es absolut nicht. Musik muss nicht unnötig verkompliziert werden, um ein Gefühl zu vermitteln oder eine Atmosphäre aufzubauen. Gleichzeitig sind die Melodien (bspw. "Sklaven" oder "Erinnerung") so eingängig, dass ich mich schon nach dem zweiten Hören dabei erwischt habe, diese tagsüber vor mich hin zu pfeifen. Ob das noch trve ist, sei mal dahingestellt - auf jeden Fall ist es geil!

Die Produktion ist ebenfalls an ihrer Mittelmäßigkeit nicht zu übertreffen. Der Sound ist klar, jedoch insgesamt etwas dumpf, es gibt keine unnötigen Samples, es gibt einfach nur zwei Gitarrenspuren, die sich gemeinsam mit dem grundsoliden Bass und dem Schlagzeug zu einem authentischen Massiv verbinden, über dem das Gekreische ebenso klar verständlich und ohne übermäßigen Reverb oder sonstige Effekte thront. Eine fettere Produktion würde die Musik wahrscheinlich zermatschen, aber dennoch hat der Sound Hand und Fuß und die Scheibe klingt nicht, als wäre sie mit einem Toaster in der hintersten Ecke des Kellers aufgenommen worden.

Und wenn dann mit "Kerker" das Album so abrupt aufhört, wie es angefangen hat, kann man es kaum glauben, dass die halbe Stunde schon vorbei ist. Ebenso scheint es unmöglich, sich hier auf zwei oder drei Highlight-Songs festzulegen, da sich die Scheibe auf durchweg hohem Niveau bewegt und alles einfach auf den Punkt bringt, was es vermitteln soll. Nicht mehr und nicht weniger: kein Intro, kein Outro, kein Zwischenspiel - einfach nur das Nötigste. Aber das mit Nachdruck!

Fazit:
Aussichtslos liefern einfach nur eine gute halbe Stunde emotionalsten Black Metal ohne jeglichen Schnickschnack. Zwei Gitarrenspuren, ein Bass, ein Schlagzeug und vor Verzweiflung kreischender Gesang. Kann man sagen, dass Aussichtslos das Mittelmaß auf ein neues Level angehoben haben? Wie auch immer, diese Scheibe ist definitiv eine Empfehlung für jeden eingefleischten Schwarzmetaller, sowie auch für jeden, der mal in dieses doch recht eigensinnige Genre reinschnuppern möchte. Leichte Kost mit schwermütigem Kern!

Punkte: 9/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Flächenbrand
02. Sklaven
03. Ertränken
04. Fels
05. Spiegel
06. Erinnerung
07. Maske
08. Kerker

Lineup:

Norsk - Vocals, Guitars
Garst - Guitars, Bass
Rest - Drums

https://aussichtslos.bandcamp.com

Autor: Sepp

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Duel (USA)
Genre: Psychedelic / Doom / Stoner Rock / Metal
Label: Heavy Psych Sounds Records
Album Titel: In Carne Persona
Spielzeit: 38:46
VÖ: 01.10.2021

Den Lockdown zum Musik machen genutzt hat die mir bislang unbekannte Band Duel aus den USA und ihr 4. Album aufgenommen, "In Carne Persona" betitelt, welches am 01.10.2021 unter die Leute kommt.

Nach einem kurzen, teils gesprochenen Intro geht es mit dem locker groovenden "Children Of The Fire" los. Breitwandgitarren, ein ins Ohr gehender Refrain und tiefer, intensiver Gesang stimmen auf das Album ein, das im zweiten Titel jedoch gehörig auf die Bremse tritt. In diesem Wechsel präsentieren Duel neun Songs, auf denen die Gitarren klar das Sagen haben und mit teils richtig fetten Brettern eine dichte Metalatmosphäre kreieren. Dazu gesellt sich die Rhythmusfraktion mit natürlich klingenden Drums, die mit dem Bass eine Einheit bilden.

Garniert wird die Melange mit kleinen Ausflügen ins Stoner- und Psychedelic Genre, was sich vor allem in den schleppend gespielten Titeln des Albums wie eben "The Veil" zeigt. Anklänge an Black Sabbath und die Ära der NWOBHM sind klar erkennbar, von der Band aber auch beabsichtigt. Die schleppenden Songs sind teilweise etwas schwer zugänglich. So zündet etwa "The Veil" nicht wirklich, "Blood On The Claw" hingegen ist da wesentlich besser gelungen. Ausfälle gibt es aber keine zu beklagen.

Die auch in den langsameren Titeln sehr präsenten Gitarrenbretter rufen uns immer in Erinnerung, dass hier eine Band spielt, die vor allem im Metal zuhause ist. Und den spielt die Truppe ziemlich gut. Schön ist auch, dass die Gitarren genug Zeit für stets gut in die Songs eingebettete Solo-Passagen bekommen. Ich hätte mir allerdings ein paar weitere Titel wie den Opener gewünscht, den man, einmal gehört, nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Fazit:
"In Carne Persona" überzeugt trotz der kleinen Kritikpunkte. Der teils mehrstimmige Gesang wertet auch die schwächeren Songs auf. Am besten ist die Band, wenn sie im Mid-Tempo locker groovt wie bei "Children Of The Fire" oder "Lizard Tongue". Duel schaffen es, mit ihrem vierten Studiowerk ein Album abzuliefern, das einerseits an frühere Zeiten erinnert, andererseits auch den einen oder anderen modernen Einschlag hat, ohne letzteren zu sehr auf die Spitze zu treiben. Das ist nicht die schlechteste Mischung...

Punkte: 7,5/10

Anspieltipp: Children Of The Fire, Behind The Sound, Lizard Tongue

Tracklist:

01. Children Of The Fire
02. The Veil
03. Anchor
04. Behind The Sound
05. Bite Back
06. Wave Of Your Hand
07. Dead Eyes
08. Lizard Tongue
09. Blood On The Claw

Lineup:

Tom Frank - Guitars, Vocals
Jeff Henson - Guitars, Vocals
Shaun Avants - Bass, Vocals
Justin Collins - Drums

http://www.facebook.com/DUELTEXAS

Autor: Udo

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle »

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Band: Schavot (NL)
Genre: Black Metal
Label: Void Wanderer Productions & War Productions
Album Titel: Galgenbrok
Spielzeit: 35:53
VÖ: 01.10.2021

Ein neues Projekt von Multitalent Floris Velthuis, welcher u.a. bei Asgrauw, Meslamatea und Sagenland tätig ist, wird Anfang Oktober das Licht der metallischen Welt erblicken. Schavot (wie das Schafott - Schaugerüst für Hinrichtungen) bringt uns mit "Galgenbrok" eine neue schwarzmetallische Komposition auf den Markt.

Als Einstimmung ertönen ästhetisch, feierliche Keyboardakkorde, bevor kurz darauf auch gleich die präzisen und herrlich sägenden Gitarrenriffs meine Gehörgänge durchdringen. Diese klirrende Sound-Atmosphäre, welche auch durch dezent eingesetzte Einsprengsel (mal Chorstimmen, Orgel etc.) erzeugt werden, fügt sich harmonisch in das Klangbild ein. Hinzu kommt ein präzise intonierendes Schlagzeug, das mal ballert, aber auch mal groovig treibend daherkommt.

Das Verhältnis der Instrumente ist gekonnt umgesetzt und im richtigen Lautstärkeverhältnis abgemischt worden, sodass Feinheiten in Melodie und Instrumentierung stets klar erkennbar sind. Trotz dieser vielschichtigen Instrumentierungen bleibt das gesamte Album dennoch rau und kantig in seiner Wirkung. Floris' Stimme bleibt sehr keifig und bissig in typisch schwarzmetallischer Klangfarbe.

Es entsteht häufig ein Gefühl, als würde man durch dunkle, eisige Wälder schreiten und stehts den Hauch der tiefschwarzen Nacht im Nacken haben. Hier gelingt die Schöfpung an purer Atmosphäre und grandiosem Gänsehautfeeling.

Fazit:
Eine perfekte Mischung aus aggressiver, aber stets melodisch eingefärbter Tonkunst. Bissiger und kalt anmutender Schwarzmetall trifft auf atmosphärische Einsprengsel, welche von Anfang bis Ende in ihren Bann ziehen können.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: Galgenbult, Moerasland, Rooftocht

Tracklist:

01. Tussen Muren
02. Galgenbult
03. Witte Juffer
04. Helleveeg
05. Moerasland
06. Droglicht
07. Jammerklacht
08. Rooftocht

Lineup:

Floris Velthuis - Vocals, All Instruments

https://www.facebook.com/Schavotblackmetal

Autor: Blacky

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Alda (USA)
Genre: Atmospheric Black Metal
Label: Eisenwald
Album: A Distant Fire
Spielzeit: 50:36
VÖ: 08.10.2021

Die Amerikaner Alda melden sich nach sechs Jahren musikalischer Stille mit ihrem vierten Langeisen zurück.
"A Distant Fire" nennt sich der neueste Streich und wird Anfang Oktober via Eisenwald veröffentlicht.

Das Album-Geschehen startet mit "First Light", einem reinen Instrumental, welches den Hörer in die atmosphärische Welt von Alda entführt und direkt in den zweiten Track "Stonebreaker" übergeht.
Für tiefgehende Momente sorgen akustische Elemente und epische Passagen, die den Songs einen Hauch Schwermut verleihen.
Wundervolle Melodiebögen, die u.a. von Stephanie Knittles herrlichem Cello-Spiel begleitet werden und fesselnde Gitarrenparts schaffen im Wechselspiel mit schnellen, schwarzmetallischen Riffs, eingesetzten Growls und Klargesang einen druckvollen Sound.
Durchdachte Rhythmus-Wechsel und feine Drum-Salven gestalten die einzelnen Songs lebendig und treiben das Geschehen voran.
Besonders herauskristallisiert hat sich für mich "Drawn Astray", der auch einer meiner Anspieltipps geworden ist.
Dieses musikalische Epos startet mit ruhigen, getragenen Klängen, bevor sich langsam eine gewaltige Klangwand aufbaut und in einem sphärischen Finale entlädt.

Mit "Loo-Wit" wird kurz vor Ende noch ein weiteres Instrumental ins Album-Geschehen eingebaut, welches in den letzten, längsten und Titeltrack "A Distant Fire" übergeht, der nach knapp 50 Minuten das Album ausklingen lässt.

Fazit:
Mit ihrer neuen Scheibe haben die Schwarzmetaller Alda ein Werk geschaffen, das mit tiefgehender Atmosphäre, kraftvollen Klängen und herrlichen Melodien zu überzeugen weiß. Anfänglich für mich schwer zugänglich, hat sich doch nach mehrmaligem Hören der "Knoten" gelöst und ich entdeckte raffinierte Feinheiten in den einzelnen Kompositionen. Definitiv kein Album für Nebenbei, sondern eines, dass etwas mehr Zeit benötigt, um seine gesamten Facetten zu entfalten.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: Drawn Astray, Forlorn Peaks

Tracklist:

01. First Light
02. Stonebreaker
03. Drawn Astray
04. Forlorn Peaks
05. Loo-Wit
06. A Distant Fire

Lineup:

Michael Korchonnoff - Vocals, Drums
Tim Brown - Guitars, Vocals
Jace Bruton - Guitars, Vocals
Stephanie Knittle - Bass, Cello, Vocals

https://www.facebook.com/aldacascadia

Autor: Eva

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Atræ Bilis (CDN)
Genre: Death Metal
Label: 20 Buck Spin
Album Titel: Apexapein
Spielzeit: 31:45
VÖ: 08.10.2021

Dass ich von Atræ Bilis bisher noch nichts gehört hatte, ist dieses Mal nicht mein Versäumnis. Die frisch 2018 gegründete Truppe, bestehend aus vier jungen Herren, hat vor ihrem Debütalbum "Apexapien", welches heute auf dem Prüfstand steht, nur die EP "Divinihility" aus 2020 vorzuweisen.

Das muss aber nichts schlechtes sein, jede Band fängt ja bei Null an, das war bei den Urvätern des Death Metals - Death - auch nicht anders. Wobei diese mit Atræ Bilis nichts zu tun haben. Möchte man als Leser einen Eindruck vom Klang der Scheibe haben, empfiehlt es sich, an Truppen aus dem Brutal- und dem Technical-Untersektor zu denken. Auch progressive Einflüsse sind in die Entstehung eingewoben worden, wie man immer wieder, besonders aber beim Rausschmeißer "To Entomb the Ætherworld", heraushören kann.

Denn die Musik des Quartetts ist eben nicht nur reiner Death Metal, sondern verfügt über ein vielschichtiges Geflecht aus teils Death Metal-typischen und teils brutalen, gutturalen Vocals. Dazu gesellt sich ein Drumteppich, der sowohl schöne Grooves auslegen kann ("Open the Effegy"), aber auch im Zusammenspiel mit den immer präsenten Gitarren dissonante Knüppeleinlagen abliefert ("Bacterium Abloom"). Das macht "Apexapien" sehr frisch und schwer vorhersehbar, was einiges an Hörfreude bringt.

Da ist es schon echt schade, dass der metallische Reigen nach knapp über einer halben Stunde schon wieder sein Ende findet, macht es die Musik einem doch leicht, das Album in Dauerschleife einfach laufen zu lassen.

Fazit:
Ein Death-Album, welches viel mehr ist als nur Growls und brutale Melodien. Hier regiert das organisierte Chaos, ohne aber ins klischeebeladene Böse abzugleiten. Man kann keinen schwachen Titel auf der Platte ausmachen, und daher müssen am Ende doch ganz viele Punkte her.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Theta
02. Lore Beyond Bone
03. By The Hierophant's Maw
04. Open The Effegy
05. Bacterium Abloom
06. Into The Seas Of Sepsis
07. Hymn Of The Flies
08. To Entomb The Ætherworld

Lineup:

Jordan Berglund - Vocals
David Stepanavicius - Guitars
Brendan Campbell - Bass
Luka Govednik - Drums

https://www.facebook.com/atraebilis

Autor: Godshand

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Manimal (S)
Genre: Heavy Metal / Power Metal
Label: AFM Records
Album Titel: Armageddon
Spielzeit: 43:05
VÖ: 08.10.2021

Erneut eine Truppe, die bisher nie meine Aufmerksamkeit erregen konnte.
Dabei haben die Schweden in der Vergangenheit schon drei Demos und drei reguläre Alben gemacht.
Nun liegt das neue Scheibchen vor und was da aus den Boxen dröhnt ist schon ziemlich stark in der Oberliga saftigen Power Metals anzusiedeln.
Da knattern die Riffs in sattem Sound aus den Boxen, wummern die wuchtigen Drums alles nieder und die Stimme des Shouters brilliert in kraftvollen Höhen.
Dazu ein mehrstimmiger Faust reck Refrain - passt.

Stilistisch ist die Ausrichtung hier zwar klassich aber dennoch modern aufbereitet.
So klingen die Riffs teils schon nach neueren Iced Earth oder Brainstorm, weisen aber dennoch klare Einflüsse traditioneller Vorbilder wie Judas Priest oder Primal Fear auf.

Mit Nackenmuskel Trainingseinheiten wie dem Titeltrack oder dem mitreißenden Dampfhammer "Forged in Metal" und im Kontrast melodischen Midtempo Hymnen der Marke "Slaves of Babylon" und dem Stampfer "Chains of Fury", pendelt sich das Album sehr gut durch seine Laufzeit.

Auch was das Solospiel am Sechssaiter angeht bewegt man sich auf technisch einwandfreiem Niveau.
Allgemein verzettelt man sich in den Songs auch niemals in allzu ausufernden Spielereien oder hält sich zu sehr mit Geplänkel auf.
Keiner der Titel überschreitet das Zeit Limit von 5 Minuten. Somit sind die Songs auch kurzweilig geraten, was der Eingängigkeit sehr zu Gute kommt.

Fazit:
Wer nach der brillanten neuen Brainstorm weiteres Futter braucht, der sollte dieser Band eine Chance bieten.
In den vier Schweden steckt eine unbändige Power, die sie auf diesem Album entfesseln und die ihnen manche Genrekollegen erstmal nachmachen sollen.
Respekt - da kann ich nur die Höchstzahl vergeben!

Punkte: 10/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Burn In Hell
02. Armageddon
03. Slaves Of Babylon
04. Forged In Metal
05. Chains Of Fury
06. Evil Soul
07. Path To The Unknown
08. Master Of Pain
09. Insanity
10. The Inevitable End

Lineup:

Samuel Nyman - Vocals
Henrik Stenroos - Guitars
Kenny Boufadene - Bass
André Holmqvist - Drums

https://www.facebook.com/manimalofficial
https://www.manimal.se

Autor: Slaine

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Noltem (USA)
Genre: Atmospheric Black Metal
Label: Transcending Obscurity Records
Album Titel: Illusions In The Wake
Spielzeit: 40:51
VÖ: 15.10.2021

Da ich nicht so bewandert bin, was amerikanischen Black Metal angeht, dachte ich beim ersten Reinhören in die neue Scheibe "Illusions In The Wake" des Trios Noltem, dass ich es hier mit einer etablierten Band zu tun habe, von der ich nur bisher leider noch nichts gehört hatte. Dass es sich bei dem Album allerdings um das Debüt der Truppe handelt, hat mich dann aber doch sehr überrascht. Zwar existiert die Formation schon seit 2003 (zunächst als Soloprojekt von Max Johnson, seit 2018 dann als Trio), jedoch wurden seither lediglich eine Demo und eine EP veröffentlicht.

Schon beim Intro zum Opener "Figment" kristallisiert sich langsam ein Thema heraus, das von zerklüfteten Rhythmen dominiert wird, welches sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht. Während dieser Ryhthmus zunächst noch von einer virtuosen Lead-Gitarre umspielt wird, baut sich der Song schnell zu einem Mid-Tempo-Schunkler auf, der (verstärkt durch das omnipräsente Meeresrauschen) das Bild einer kargen Klippe im Sturm vor dem inneren Auge kreiert.

Was zunächst noch ein eher ruhiges Album zum Entspannen zu sein scheint, stellt sich beim Titletrack "Illusions In The Wake" jedoch als aufwühlender dar, als zunächst erwartet. Spätestens im Mittelteil, in dem Trommler und Sänger John Kerr die Blastbeats auspackt, muss man sich dann doch anstrengen, um den Kopf stillzuhalten, auch wenn die Rhythmik so konfus ist, dass jeder Versuch, zumindest mit dem Fuß den Takt mitzuwippen, unmöglich scheint.

Ganz andere Klänge werden dann in "Beneath The Dreaming Blue" aufgefahren, wo auf schon fast psycheldelische Art und Weise mit den Kontrasten von dissonanten Clean-Gitarren und mächtigen Distortion-Melodien gespielt wird.

Die Arrangements sind allgemein von vorne bis hinten durchdacht und machen absolut Sinn. Jede Note wirkt, als wäre sie mit Bedacht genau an die Stelle gesetzt worden, wo sie stehen muss. Die vielfältigen Sounds und verschiedensten vermittelten Gefühle erschaffen eine ganz eigene Atmosphäre, die in diesem Umfang nur selten über ein ganzes Album hinweg aufrechterhalten werden kann. Noltem schaffen dies allerdings mit Leichtigkeit.
Selbst der Einsatz von Keyboards ist gekonnt spärlich gehalten. Lediglich im vorletzten Track "Ruse" wirkt es an mancher Stelle dezent überladen. Das ist allerdings schon Jammern auf allerhöchstem Niveau und spätestens beim von Gitarren- und auch Keyboardsoli dominierten instrumentalen Rausschmeißer "On Shores Of Glass" schon wieder vergessen und verziehen.

Fazit:
Noltem erschaffen mit dieser Scheibe ein Werk, das Seinesgleichen sucht. Von vorne bis hinten durchdacht, fesselnd, mitreißend und komplett authentisch. Da einige Themen über das gesamte Album hinweg immer wieder auftreten (was nicht an mangelnden Ideen, sondern an ausgeklügelten Arrangements liegt), ist es unmöglich, sich hier auf einen oder mehrere Anspieltipps festzulegen. Vielmehr ist "Illusions In The Wake" als Gesamtkunstwerk zu betrachten. Eine absolute Empfehlung für jeden, der auf komplexe Musik steht, auch abseits des (Black) Metal Kosmos!

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Figment
02. Illusions In The Wake
03. Beneath The Dreaming Blue
04. Submerged
05. Ruse
06. On Shores Of Glass

Lineup:

John Kerr - Vocals, Guitars, Keyboards, Drums
Max Johnson - Guitars, Keyboards
Shalin Shah - Bass

https://www.facebook.com/noltem

Autor: Sepp

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Band: Crystal Coffin (CDN)
Genre: Melodic Black Metal
Label: A Beast In The Field
Album: The Starway Eternal
Spielzeit: 42:50
VÖ: 15.10.2021

Rabiat. Mächtig. Episch. Monoton. Repetitiv. Das sind alles Schlagwörter, die auf "The Starway Eternal", das jüngste Erzeugnis des kanadischen Trios Crystal Coffin zutreffen. Allerdings ist das auch sehr oberflächlich beschrieben und zu kurz gegriffen, denn diese Beschreibungen beziehen sich immer nur auf einzelne Lieder. Doch was meine ich damit?

Das Album ist in sich selbst doch recht abwechslungsreich. "Shapeshifter Huntsman" oder "Console Of Horror" bieten zunächst eher das für Black Metal typische erbarmungslose Geknüppel an. Auch diese Songs werden bereits durch Parts mit klaren Gitarren aufgelockert. Besonders filigrane Arpeggios stehen gerade im Opener im starken Kontrast zum restlichen Song. "The Red Forest" bricht dann erstmal bereits mit seinem Grundkonzept diese Strukturen auf. Markant ist hier der kräftige Klargesang, der wie an einem Faden durch den Song führt. Doch selbst hier folgt aufs Ende hin ein Bruch, der sich aber nicht abrupt gestaltet, sondern organisch im Aufbau entsteht. Die Synths zeichnen ein bedrohlicheres Bild, über das sich noch der Schatten eines verwaschenen, dreckigen Gitarrensolos legt. Zum Ende hin faden die Instrumente aus und es folgt ein Mini-Hörspiel undeutlich zu hörender Stimmen, die in mir eine Geschichte gequälter Seelen aufkeimen ließen.

Diese doch detaillierte Darstellung eines Songs zeigt, wie abwechslungsreich die Kompositionen doch immer wieder sind. Was aus meiner Sicht auch absolut nötig ist, um die Monotonie zu unterbinden. Dafür sorgt auch "The Descent", der mit abgedämpften Gitarrenschlägen wesentlich rhythmischer im Vollzug ist und nochmal etwas zum Kopfnicken oder gar -schütteln einlädt.

Vom Klang her ist alles dem Genre angemessen. Die Gitarren klingen wie erwähnt leicht verwaschen und dreckig und bieten damit aber auch die Grundlage für die erzeugte Atmosphäre. Darüber hinaus zeigen selbige auch immer wieder, dass sie anders können. Gerade auch dann, wenn sie ein von den Synths unterstütztes Solo spielen. Die Synths hingegen hauchen den Kompositionen noch das nötige Volumen ein. Sie füllen klangliche Lücken, selbst klingen sie manchmal etwas billig, aber passend zum Gesamtpaket. Die Drums sind trocken gehalten und fallen rhythmisch nicht sehr auf. Dafür mangelt es doch etwas an Wucht, vermutlich durch fehlende Tiefen. Der Gesang ist als stabil zu bezeichnen. Er liefert handwerklich einwandfreie Arbeit ab. Seinen Glanzmoment hat er ganz klar in "The Red Forest", in dem er sich klar hält, aber nochmals dominanter, souveräner und kräftiger wirkt als in den Growls und Screams.

Fazit:
Für Black Metal ein ordentliches Album. Seine Stärke liegt im Abwechslungsreichtum und den haben die Kanadier sowohl innerhalb der einzelnen Songs als auch über das gesamte Album hinweg. Was auch nötig ist, um stumpfen Geknüppel vorzubeugen und eine gewisse Kurzweil anzubieten. Immer wieder wird gegen die Monotonie angekämpft, was oft genug gelingt. Ich hatte Spaß mit Crystal Coffins zweitem Album, welches aber dennoch nicht jedem liegen dürfte. Black Metal Veteranen können zugreifen, anderen empfehle ich ein Probehören.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: The Red Forest, The Descent, Mega Tomb (Including Tomorrow’s Ghost)

Tracklist:

01. Shapeshifter Huntsman
02. The Starway Eternal
03. Skeletons
04. Console Of Horror
05. The Red Forest
06. Cremation: Between Fire And Ice
07. The Descent
08. Mega Tomb (Including Tomorrow’s Ghost)

Lineup:

Aron Shute - Vocals, Bass
Lenkyn Ostapovich - Guitars, Keyboards
Rob Poirier - Drums

https://www.facebook.com/Crystal-Coffin ... 1600765172
https://www.crystal-coffin.com

Autor: Felix

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